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1987 (9) Heft 1-2

Strategie und Ethik der atomaren Abschreckung

 


Editorial | Inhalt | Abstracts

Der Titel dieses Heftes verbindet zwei Bereiche, deren Vereinbarkeit häufig bezweifelt wird: internationale Politik und Moral. Vor allem im Hinblick auf militärpolitische Fragen vertreten "Realisten" die Auffassung, daß die moralische Kritik zwischenstaatlicher Machtpolitik illusionär ist. Weder sei es im nationalen Interesse von Staaten, sich moralischen Normen zu unterwerfen, noch sei es möglich, moralische Normen gegenüber Staaten durchzusetzen. Ein solcher "Realismus" ist aber offenbar eine allzu einfache Sicht der Realität. Erstens ist es ein historisches Faktum, daß wichtige politische und militärpolitische Entscheidungen nachweisbar durch moralische Erwägungen beeinflußt wurden. Zweitens steht staatliche Politik unter dem Einfluß von Individuen und sozialen Gruppen, die ihrerseits aus moralischen Motiven handeln. Drittens ist es falsch, daß nationale Interessen und Moral unvermeidlich in einen Gegensatz geraten müssen. Insbesondere nukleare Abschreckung und Rüstungswettlauf führen zu Nachteilen für alle Beteiligten. Eine funktionierende Moral der zwischenstaatlichen Kooperation wäre deshalb in ihrem gemeinsamen Interesse. Die Durchsetzung einer solchen Normenordnung ist dabei nicht unbedingt von der Kontrolle einer übergeordneten Instanz abhängig. Da alle Beteiligten von einer langfristigen Kooperation profitieren, kann die Einhaltung beispielsweise von Abrüstungsvereinbarungen auch durch gegenseitige Überwachung gesichert werden. Insofern ist es also durchaus "realistisch", daß auch eine Politik der nationalen Interessenwahrnehmung ein wirksames Motiv für eine Moral zwischenstaatlicher Kooperation erzeugen kann.

Betrachtet man die Politik der militärischen Abschreckung, so mag es auf den ersten Blick weder als irrational noch als unmoralisch erscheinen, einen potentiellen Gegner von einem Angriff abzuschrecken, indem man ihm mit einem vergleichbaren Übel droht. Als rational erscheint eine solche Strategie vor allem deshalb, weil sie ein wirksames Mittel ist, den Eintritt eines Schadens von vornherein zu verhindern. Wenn man zu dem Mittel der Abschreckung greift, wartet man einen Angriff nicht erst ab, um dann mit Verteidigungsmaßnahmen oder Gegenangriffen zu reagieren, sondern man versucht eine solche Situation des offenen Konfliktes, die in der Regel für beide Seiten mit unwägbaren Risiken verbunden ist, erst garnicht entstehen zu lassen. Als moralisch vertretbar erscheint Abschreckung, weil sie eine defensive Haltung ist und einen potentiellen Gegner vollkommen unbehelligt läßt, solange er nicht von sich aus feindselige Handlungen unternimmt. Gegenseitige Abschreckung scheint deshalb als Instrument der Friedenssicherung sowohl unter rationalen als auch moralischen Gesichtspunkten durchaus akzeptabel - jedenfalls solange die Alternative eines friedlichen Zusammenlebens nicht erreichbar ist.

Diese positive Beurteilung der Abschreckung läßt sich aber auf die spezielle Situation bei einer gegenseitigen Abschreckung mit Nuklearwaffen offenbar nicht übertragen. Rationalität und Moral nuklearer Abschreckung werden von vielen grundlegend bezweifelt. Diese Zweifel beziehen sich sowohl auf die Konsequenzen bei einem Scheitern der Abschreckung als auch auf ihre langfristige Wirksamkeit und Stabilität.

Ein Atomkrieg bei einem Scheitern der Abschreckung bedeutet für alle Beteiligten einen Schaden, der in keinem Verhältnis mehr zu dem Wert der Güter steht, die durch Abschreckung geschützt werden sollen. Unter strategischem Gesichtspunkt erscheint besonders gravierend, daß der Schaden, der durch nukleare Vergeltung entsteht, nicht auf den Angreifer begrenzt werden kann. Es fragt sich deshalb, ob der Nutzen einer zeitweise funktionierenden nuklearen Abschreckung dieses Risiko aufwiegen kann. Unter moralischem Gesichtspunkt wiegt insbesondere schwer, daß das Opfer einer atomar geführten Auseinandersetzung vor allem die Zivilbevölkerung der beteiligten Staaten sein wird.

Diese Ausgangslage führt zu weiteren strategischen und moralischen Folgeproblemen. Da ein Scheitern der Abschreckung auf jeden Fall verhindert werden muß, kommt ihrer Wirksamkeit und langfristigen Stabilität sowohl unter strategischen als auch moralischen Gesichtspunkten eine herausragende Bedeutung zu. Für die Stabilität der Abschreckung spielt die Glaubwürdigkeit der Drohung mit Atomwaffen eine wichtige Rolle. Nach einem nuklearen Angriff wird es für den Angegriffenen in der Regel aber nicht mehr rational sein, einen nuklearen Gegenschlag zu unternehmen, da er damit nur seine vollständige Vernichtung provoziert, ohne den bereits vorhandenen Schaden wieder rückgängig machen zu können. Diese Tatsache senkt nicht nur die Glaubwürdigkeit der nuklearen Abschreckung, sondern schafft auch einen destabilisierenden Anreiz für die Ausführung des Erstschlags. Will man aber die strategische und moralische Fragwürdigkeit der angedrohten Vergeltung vermindern, indem man das Ausmaß des drohenden Schadens verringert und z. B. zu einer Strategie eines begrenzten Atomkrieges übergeht, gefährdet man ebenfalls die Wirksamkeit der Abschreckung, weil das Risiko eines Krieges nunmehr geringer erscheinen mag. Die Stabilität der Abschreckung hängt darüber hinaus von zahlreichen anderen Bedingungen ab, die nicht alle hinreichend kontrolliert werden können. Dazu gehören Entwicklungen in der Technologie der Waffen und der Warnsysteme, aber auch politische und psychologische Faktoren. Insbesondere die Tatsache, daß fast alle atomaren Waffensysteme offensiv verwendet werden können, führt dazu, daß jede Verbesserung der Waffentechnik nicht nur die Abschreckungskraft vergrößert, sondern auch die Bedrohung verstärkt. Es ist deshalb grundsätzlich fraglich, ob eine genügend große Stabilität der atomaren Abschreckung erreicht werden kann, um die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns nach strategischen und moralischen Maßstäben hinreichend gering zu halten.

Insgesamt scheint die Politik der nuklearen Abschreckung in ein strategisches und moralisches Dilemma zu führen: Einerseits sehen sich die Beteiligten zu einer Drohung gezwungen, deren Ausführung irrational und unmoralisch wäre. Gerade die Irrationalität und Unmoral dieser Drohung sichert aber andererseits die Wirksamkeit und damit Stabilität der Abschreckung - hat also ein Ergebnis, das von Verstand und Moral gerade gefordert wird.

Die folgenden Beiträge beschreiben und analysieren diese strategische und moralische Problematik und erörtern Auswege und Alternativen. Der Leser muß entscheiden, ob diese Vorschläge überzeugen können oder nur neue Schlingen um einen gordischen Knoten knüpfen.

Der erste Beitrag von D. P. Lackey enthält eine komprimierte historische Skizze über die Entwicklung der amerikanischen Nuklearpolitik von 1945 bis 1985. Der Aufsatz resümiert die öffentlichen Debatten und Auseinandersetzungen, die diese Politik begleiteten und die seit dem Amtsantritt Reagans in verstärktem Maß auch von amerikanischen Philosophen und Sozialwissenschaftlern beeinflußt werden. Lackey zeigt, wie die amerikanische Verteidigungspolitik auf die strategischen und moralischen Probleme der nuklearen Abschreckung reagierte. So sollte die Ablösung der Strategie der massiven Vergeltung durch eine Strategie der begrenzbaren und kontrollierbaren "flexible response" einerseits die Glaubwürdigkeit und damit die Stabilität der Abschreckung erhöhen. Andererseits sollte der damit verbundene Übergang von zivilen zu militärischen Zielen dem Vorwurf entgegenwirken, daß eine Drohung mit Atomwaffen bedeutet, die unschuldige Bevölkerung als Geisel der Politik zu mißbrauchen und bei einem Scheitern der Abschreckung millionenfach umzubringen. Lackey macht jedoch auch deutlich, daß diese Entwicklung erhebliche Gefahren einer generellen Destabilisierung der nuklearen Abschreckung mit sich bringt, weil sie die Angriffsfähigkeit erhöht und einen Atomkrieg begrenzbar erscheinen läßt.

F. C. Zagare entwickelt in seinem Beitrag ein grundlegendes spieltheoretisches Modell der nuklearen Abschreckung und analysiert einige seiner wichtigsten Implikationen. Diese Analyse zeigt, daß die Stabilität der nuklearen Abschreckung von zahlreichen Bedingungen und komplexen Voraussetzungen abhängt. Vor allem macht sie deutlich, daß die Psychologie und die Wahrnehmungen der Entscheidungsträger für die Wirksamkeit der Abschreckung wichtiger sind als das strategische Arsenal und der Entwicklungsstand der Waffentechnik. Damit erscheint die Stabilität der nuklearen Abschreckung aber in hohem Maß labil und gefährdet.

S. J. Brams und D. M. Kilgour vergleichen mit spieltheoretischen Mitteln die Stabilität nuklearer Abschreckung mit und ohne strategische Verteidigungssysteme wie "Star Wars". Sie heben zunächst hervor, daß ein kritischer Punkt für die Stabilität der nuklearen Abschreckung die Glaubwürdigkeit der Vergeltungsdrohung ist. Die "Lösung" dieses Problems besteht nach Brams und Kilgour darin, daß die Supermächte ein System etablieren, durch das die atomare Vergeltung bei einem Angriff mehr oder weniger automatisiert wird und das der - rationalen - Kontrolle durch die Entscheidungsträger weitgehend entzogen ist. Die Fragwürdigkeit einer Stabilisierung der nuklearen Abschreckung um diesen Preis einer teilweisen Aufgabe der eigenen Entscheidungsautonomie kann ein Motiv sein für die Suche nach Alternativen wie "Star Wars". Brams und Kilgour argumentieren jedoch, daß der Aufbau einer solchen strategischen Verteidigung die Stabilität der nuklearen Abschreckung zusätzlich gefährden würde.

Wenn die teilweise Automatisierung der Vergeltung die Glaubwürdigkeit und damit die Stabilität der Abschreckung auch zu erhöhen vermag, so gefährdet sie doch andererseits diese Stabilität auch wiederum durch die Möglichkeit eines Atomkriegs "aus Versehen". W. Stegmüllers Beitrag macht am Beispiel der sog. "Raketennachrüstung" klar, wie unter bestimmten Bedingungen die Gefahr eines zufälligen und irrtümlichen atomaren Angriffs erheblich wachsen kann. Diese Situation besteht nach Stegmüllers Meinung in Europa, weil die technologische Unterlegenheit der russischen Raketen die Sowjetunion bei einem vermuteten Angriff zu besonders schnellen Reaktionen zwingt, so daß ein möglicher Irrtum kaum mehr korrigierbar wäre.

Daß die Stabilität und die Wirksamkeit der nuklearen Abschreckung von Faktoren beeinflußt werden, die bei einer strategischen Modellanalyse zunächst nicht in den Blick kommen, stellt auch G. H. Quester heraus. Er bestreitet vor allem, daß es seit dem Beginn der nuklearen Abschreckung fundamentale Änderungen in den Fakten gegeben hat. Die Art der Bedrohung und auch das Maß der Stabilität sind im wesentlichen die gleichen geblieben, realistische Alternativen sind nicht in Sicht. Quester führt Änderungen und Entwicklungen in der Nuklearpolitik auf geänderte subjektive Einschätzungen und politische Einflüsse zurück, die nicht als Reaktionen auf objektive Tatsachen und reale Probleme verstanden werden können.

Der Artikel von D. Frei schließt die Beiträge zu strategischen Problemen der nuklearen Abschreckung ab. Er faßt noch einmal die wesentlichen Gefährdungen für die Stabilität der nuklearen Abschreckung zusammen. Auch Frei betont in diesem Zusammenhang, daß neben internen, strategischen Problemen vor allem auch vielfältige politische, wirtschaftliche und kulturelle Imponderabilien diese Stabilität bedrohen - ohne daß allerdings eine Alternative zur Politik der nuklearen Abschreckung erkennbar wäre.

Bei der moralischen Erörterung militärpolitischer Fragen spielt die sog. "Lehre vom gerechten Krieg" traditionell eine wichtige Rolle. Dabei ist umstritten, ob diese auf das Mittelalter zurückgehende Konzeption dem Problem der nuklearen Abschreckung noch angemessen ist. In den Beiträgen von J. T. Johnson, R. L. Phillips und J. P. Sterba wird diese Doktrin jedoch gegenüber ihren Kritikern verteidigt und dient als Grundlage für eine moralische Beurteilung der modernen Nuklearpolitik. Johnson geht in seiner Argumentation davon aus, daß nach den Maßstäben eines gerechten Krieges die gezielte und massenhafte Tötung ziviler, unschuldiger Personen unmoralisch ist und durch kein noch so wertvolles Ziel gerechtfertigt werden kann. Deshalb muß eine Strategie der militärischen Verteidigung der Strategie der militärischen Vergeltung mit Massenvernichtungswaffen prinzipiell vorgezogen werden. Johnson befürwortet aus diesen Gründen sowohl ein System der strategischen Verteidigung als auch die Entwicklung kleiner und zielgenauer Atomwaffen. Die möglichen Folgen einer solchen Waffentechnologie für die langfristige Stabilität der nuklearen Abschreckung treten bei seiner Argumentation dagegen in den Hintergrund. Eine ähnliche Position vertritt R. L. Phillips. Auch für ihn spielt eine Argumentation mit den möglichen Folgen für die Stabilität der nuklearen Abschreckung keine wichtige Rolle. Ausschlaggebend sind allein die Werte, die durch die Lehre vom gerechten Krieg formuliert werden. Auf dieser Grundlage ist nach Phillips sowohl der Einsatz der zur Zeit verfügbaren Atomwaffen als auch die Drohung mit ihnen unmoralisch, weil diese Atomwaffen sich unterschiedslos gegen die gesamte Zivilbevölkerung eines Landes richten. Der einzige Ausweg besteht für ihn in der Wendung zu einer Kriegsführungsstrategie, bei der Angriffe konsequent auf militärische Ziele beschränkt bleiben. Dies führt Phillips zu der überraschenden Schlußfolgerung, daß man gerade aus moralischen Gründen den "Verlockungen" einer Rüstungskontrolle nicht erliegen solle, denn damit würde die moralisch gebotene Entwicklung und Stationierung neuer moderner, kleinerer und zielgenauerer Raketen verhindert. Die zentrale Bedeutung von empirischen Annahmen innerhalb der Lehre vom gerechten Krieg verdeutlicht der Artikel von J. P. Sterba, der in wichtigen Punkten zu ganz anderen Schlußfolgerungen kommt als Johnson und Phillips. Sterba hält es für nahezu unmöglich, einen Atomkrieg so zu begrenzen, daß er sich auf einen Schlagabtausch mit kleinen Atomwaffen und rein militärische Ziele beschränkt. Jeder Gebrauch von Atomwaffen tendiert schon wegen der Gefahr eines "nuklearen Winters" dazu, sich zu einer globalen Katastrophe auszuweiten. Sterba betrachtet deshalb sowohl die Verwendung von Atomwaffen als auch die Drohung mit einer nuklearen Vergeltung unter fast allen Bedingungen als unmoralisch. Trotzdem hält auch er es für moralisch akzeptabel, an dem System der nuklearen Abschreckung festzuhalten. Dies scheint ihm möglich, weil Abschreckung unter normalen Voraussetzungen allein schon durch den Besitz eines begrenzten Potentials an Atomwaffen gewährleistet ist. Der Besitzer dieser Waffen kann dann aber darauf verzichten, mit ihrem Einsatz zu drohen. Er kann eine Verwendung von Atomwaffen sogar offen als unmoralisch ablehnen. D. Birnbacher weist in seinem Beitrag die Annahme zurück, daß eine solche Unterscheidung zwischen dem bloßen Besitz von Atomwaffen und der ausdrücklichen Drohung mit Atomwaffen moralisch relevant ist. Da allein der Besitz von Kernwaffen die für die Abschreckung entscheidende Bedrohung beinhaltet, sei es moralisch kein wesentlicher Unterschied, ob der Besitzer "blufft", auf eine Drohung verzichtet oder ausdrücklich eine solche Drohung verkündet. Auch Birnbacher geht wie Sterba davon aus, daß ein nuklearer Gegenschlag moralisch nicht akzeptabel wäre. Er kommt zu dieser Bewertung allerdings nicht auf der Grundlage der Lehre vom gerechten Krieg, sondern im Rahmen einer folgenorientierten Ethik. Eine solche an Folgen orientierte Sichtweise muß nach seiner Auffassung aber ebenfalls zu der Schlußfolgerung kommen, daß nukleare Abschreckung unter den gegebenen Bedingungen noch immer das beste Mittel ist, einen vernichtenden Krieg zu verhindern. Einen Ausweg aus diesem moralischen Dilemma will Birnbacher durch den ungewöhnlichen Vorschlag eröffnen, den Inhalt der Absicht einer nuklearen Vergeltung moralisch zu verurteilen, das Haben der Absicht wegen ihrer guten Konsequenzen jedoch zugleich moralisch zu billigen.

Wie immer man diesen oder andere Vorschläge einschätzt, den strategischen und moralischen Dilemmata und Paradoxien der nuklearen Abschreckung zu entgehen, vorzuziehen wäre auf jeden Fall eine Sicherheitspolitik, die solche gravierenden Probleme von vornherein vermeidet und auf einem anderen Weg einen umfassenden und wirksamen Schutz nationaler Interessen gewährleisten kann. Die Realisierbarkeit einer solchen Alternative wird gemeinhin äußerst skeptisch betrachtet und unter strategischen Gesichtspunkten eher als ein Ausdruck naiven Wunschdenkens gewertet. Der abschließende Beitrag von R. K. Huber, H. Linnenkamp und I. Schölch formuliert demgegenüber den Anspruch, daß hier realistische Alternativen tatsächlich offenstehen. Das gilt sowohl für das Ziel als auch für einen Weg vom status quo zu diesem Ziel. Nach der Auffassung dieser Autoren ist es im Interesse aller Beteiligten und auch praktisch durchführbar, langfristige Krisenstabilität durch den schrittweisen gemeinsamen Verzicht auf Invasionsfähigkeit und eine Umstellung auf defensive militärische Potentiale zu ermöglichen. Am Ende dieses Prozesses stünde dann die endgültige Überwindung der nuklearen Abschreckung zugunsten einer konventionellen Strategie der gesicherten militärischen Verteidigung. Der gordische Knoten wäre nicht entwirrt, sondern durchschlagen - aber das ist bekanntlich ja auch der einzige Ausweg, den der Mythos weist.

 

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